"Magic Cube" mischt das Schulleben auf

Erstellt von S. Seeger |

Bei der achten Revue-Show nach knapp zweieinhalb Jahren Corona-Pause war die Spielfreude groß.

Seit der letzten Revue-Show "Angel-School" im Februar 2020 ist vieles geschehen. Nicht nur die Corona-Pandemie, sondern auch der jetzt schon seit über einem Vierteljahr andauernde Krieg Russlands in der Ukraine boten in dieser Zeit wenig Anlässe zu ausgelassener Fröhlichkeit.

Corona und Krieg als Schatten der Vergangenheit

Diese Ereignisse der jüngsten Zeit fanden daher auch in der Begrüßung durch Noah aus der 9a und den Revue-Lehrerinnen Stefanie Kötter, Daniela Müller und allen voran Monika Niggemeyer ihren Platz. Neben pandemiebedingter phasenweiser Frustration während der seit Februar andauernden Proben ("Ach, das wird doch sowieso alles wieder abgesagt...", "Wo dürfen wir überhaupt auftreten? Open Air? Drinnen? Wie soll man da planen? Was sollen wir machen?", "Ach nee, schon wieder hat einer von uns Corona...!") fand auch das Leiden aller Kriegsbeteiligten eine Plattform zu Beginn der gestrigen Show: Der Schulchor unter der bewährten Leitung von Sylke Delfmann intonierte nochmals "live und in Farbe" das Lied "Wozu sind Kriege da?" von Udo Lindenberg, das schon für unseren Friedensfilm anlässlich des Ukraine-Krieges den Rahmen bildete.

Spielfreude bei allen Beteiligten

Nach dieser nachdenklich stimmenden und emotionalen Einführung in den Abend gab es für die nächsten anderthalb Stunden aber kein Halten mehr. Wie schön, dass nun endlich wieder eine Revue stattfinden konnte und das gerade im Jahr des 10-jährigen Bestehens unserer Schule.
Große Spielfreude, Textsicherheit, selbst erstellte Choreografien und Gesangseinlagen der rund 40-köpfigen Revuetruppe rissen das Publikum in der vollbesetzten Dreifachhalle mit.

Etwas Tolles im Chemie-Labor kreiert: Der "Magic Cube" verleiht Zauberkräfte

"Ein Haufen Kohle" und der Nobelpreis seien ihnen sicher, so die Erfinder des "Magic Cubes". Schließlich vermag der bunt leuchtende "Zauberwürfel" die Menschen in seiner Umgebung in ganz verschiedene Modi zu versetzen. Und das auch gegen deren Willen, wie der Assistent Timo erfahren muss, an dem im Chemielabor versuchsweise der "Tanzmodus" ausprobiert wird und der sich unversehens im "Ententanz" mit seiner Chefin wiederfindet. Auch der "Körpertauschmodus" funktioniert! Der Name sagt schon alles...
Nach diesen Erfolgserlebnissen im Labor soll der Cube nun seine Praxistauglichkeit unter Beweis stellen: an der "Seltsam-Sekundarschule" mit ihrer Rektorin Zackinger und dem Lehrer Schusslig, aber auch mit vielen Schülerinnen und Schülern! Was lässt sich mit diesem Magic Cube wohl so alles anstellen?

Verschiedene Modi des "Magic Cube" sorgen für viel Abwechslung in der Show

"Tanz-Mo-dus ak-ti-viert!" ertönt die abgehackt blecherne Computerstimme des Cubes und schon stürmt eine Vielzahl von Akteuren zum 80er-Jahre-Beat von Michael Jackson mit einer ausgefeilten Choreografie auf die Bühne. Gleich danach wird der "Musikmodus" aktiviert: Die Schulband unter der Leitung von Musiklehrer Michael Schäfer gibt ihr Können zum Besten und im Anschluss verwöhnt der Schulchor das Publikum erneut mit Gesangseinlagen.

Funktioniert der "Magic Cube" etwa auch im Unterricht? Da Lehrer Schusslig feststellen muss, dass keiner seiner Neuntklässler die Merkmale einer Argumentation auf die Reihe bringt, versucht er es eben mit dem "Grundstimmungswechselmodus": Fröhlichkeit, Traurigkeit, Hass und Verliebtheit - da kommt Stimmung in der Klasse auf!

Nach der Pause, in der die Zuschauerinnen und Zuschauer sich mit vielen selbst kreierten Leckerereien, Snacks und Getränken stärken konnten, wird deutlich, dass auch der "Zeitreise-Modus" hervorragend funktioniert: Drei "altertümlich" gekleidete Damen vom Hofe Versailles werden aus dem 18. Jahrhundert in die Gegenwart der "Seltsam-Sekundarschule" gebeamt. Befremden auf beiden Seiten: "Wer seid ihr denn?" Da ist das vorgetragene Menuett, der höfisch barocke Tanz, doch mittlerweile sooo out, dass die jungen Leute von heute den drei Damen erst einmal zeigen müssen, wie man heutzutage tanzt: nämlich HipHop! Und als den Schülern auch noch die Fernbedienung in die Hände fällt und sie ihre Lehrerinnen und Lehrer HipHop tanzen lassen, bebt die Halle. Die Schule hat ihren Spaß, die Erfinder des Cubes sind entsetzt: Sie haben sich ihren Zauberwürfel klauen lassen! Mit einer zweiten Fernbedienung holen sie sich ihren Würfel zurück und drohen ihn zu zerstören.

Doch die "Seltsam-Sekundarschule" stellt fest, dass Tanzen, Singen und zusammen Spaß haben auch ohne "Magic Cube" funktionieren kann und sogar der Dezernet der Schulaufsicht drückt seine Begeisterung über die "Wohlfühlbasis" an dieser Schule per Telefonat aus...

Riesenjubel und Applaus zum Schluss

Als Dank an alle Akteure auf und hinter der Bühne erfüllte Riesenjubel und Applaus die Halle nach dem Finale. Hier fiel allen Beteiligten vielleicht nicht der "Magic Cube", aber sicherlich ein großer Stein vom Herzen, dass die Aufführung trotz aller Hindernisse im Vorfeld im wahrsten Sinne so gut "über die Bühne" gegangen ist. Wir freuen uns schon jetzt auf eine Neuauflage!
 

Lesen Sie dazu auch den Artikel des Soester Anzeigers vom 11.06.2022.

 

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