Was lange währt... Verabschiedung der Zehnerklassen

Erstellt von S. Seeger |

Nach zweiwöchiger Quarantäne wurde unser 10er-Jahrgang einen Tag vor Schuljahresende doch noch in Präsenz verabschiedet.

Ende gut - alles gut?!
Na ja... Als wäre das vergangene Corona-Schuljahr nicht schon turbulent und außergewöhnlich genug gewesen, musste "auf den letzten Metern" wegen des Verdachts (und mittlerweile auch der Bestätigung) der Delta-Variante des Virus unser gesamter 10er-Jahrgang unmittelbar vor Zeugnisübergabe für circa zwei Wochen in die häusliche Isolation, wie der Presse auch hinlänglich zu entnehmen war.
"Dieses Schuljahr war echt bescheiden", so das Statement einer Abschlussschülerin, "keine Klassenfahrt, kein Praktikum für uns 10er, monatelanger Distanz- und Wechselunterricht und trotzdem die normalen Zentralen Prüfungen am Ende des Schuljahres. Aber jetzt ist ja alles überstanden und am Ende doch noch ganz schön geworden."

Mottowoche ja (fast) - Abschlussgag nein und feierliche Zeugnisübergabe in weiter Ferne

Was war das aber auch für ein Hin und Her in den letzten Wochen vor Schuljahresende! Unter den sich ständig ändernden Corona-Bedingungen so etwas Langfristiges wie einen Abschluss sicher planen zu können, war eigentlich nicht machbar. Lange Zeit schien so gut wie gar nichts möglich zu sein: Kontaktbeschränkungen, Versammlungsverbote und Abstandsregeln machten ja nicht nur Abschlussschülern einen gewaltigen Strich durch die (Party-)Rechnung.
Und doch legten sich die fünf engagierten Klassenlehrerteams schon Wochen zuvor mächtig ins Zeug, um nach einem Schuljahr mit mehr Tiefen als Höhen allen Widrigkeiten zum Trotz einen gelungenen Abschluss unter Pandemiebedingungen - nämlich draußen - zu kreiern. Dazu hatten sich die Lehrerinnen und Lehrer einiges an Überraschungen bei den Feierlichkeiten der Zeugnisübergabe für ihre insgesamt 123 Schützlinge einfallen lassen. Doch daraus wurde nichts mehr...
Die Planungen der Mottowoche und des Abschlussgags unmittelbar zuvor lagen in den Händen der Schulabgänger. Das alles sollte vom 14.-18. Juni stattfinden.

Nachdem kurz zuvor vom Wechsel- wieder in den vollen Präsenzunterricht geschaltet wurde, war es sogar möglich, dass die ersten drei Tage der Mottowoche tatsächlich für alle Abschlussschüler gemeinsam stattfinden konnten, bis... ja bis sich die Schreckensnachricht wie ein Lauffeuer im Jahrgang verbreitete, dass sich zwei Schüler mit der Delta-Variante des Virus angesteckt haben könnten. Dabei sollte doch am nächsten Tag der Abschlussgag stattfinden! Und ganz coronakonform sollten die Spiele per Live-Stream in die Klassenräume auf die Smartboards übertragen werden, damit nicht alle Schüler der jüngeren Jahrgänge gleichzeitig auf dem Schulhof wären, sondern nur jeweils zwei "Abgeordnete" aus jeder Klasse. Doch auch das fiel der Pandemie zum Opfer... Anstatt Spiele, Spaß, Musik und "Wasserpistolenspalier" herrschte am Donnerstag - einen Tag vor der geplanten Zeugnisübergabe - gähnende Leere auf dem Schulhof. Die gesamte Schule wurde für diesen Tag geschlossen. Das Gesundheitsamt wollte kein Risiko bei der hochansteckenden Delta-Variante eingehen. Während es für die meisten des 10er-Jahrgangs bei der zweiwöchigen Quarantäne-Anweisung blieb, durfte die restliche Schülerschaft ab freitags wieder in die Schule.

So geschehen vor zwei Wochen...

Doch noch eine Feier!

Nachdem die Isolation der Schüler, die als letztes Kontakt mit den beiden infizierten Mitschülern hatten, nun auch vorbei war, wurden "Nägel mit Köpfen" gemacht:  Einen Tag vor Ferienbeginn war es doch noch möglich, die feierliche Zeugnisübergabe heute Morgen in einer etwas abgespeckten Form im wahrsten Sinne des Wortes "über die Bühne" zu bringen. Diese war nämlich für drei Abschlussklassen auf dem Schulhof aufgebaut, während die anderen beiden Klassen ihre Feiern in der Aula abhielten. Zusätzlich stundenweise verschoben, kamen sich auf diese Weise die Absolventen und ihre Eltern coronakonform und in Anbetracht der Delta-Variante nicht zu nahe.

Festliche Dekorationen, Ansprachen und verschiedene musikalische Darbietungen umrahmten die jeweiligen Feierlichkeiten und beim Sektumtrunk stießen Lehrkräfte und anwesende Eltern zusammen mit den Schülerinnen und Schülern auf ein turbulentes und ganz sicher unvergessenes Abschlussjahr in der Sekundarstufe I an.

Alles Gute und viel Erfolg auf eurem weiteren Lebensweg!

Lesen Sie dazu auch den Artikel des Soester Anzeigers vom 06.07.2021.

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