„Experiment“ Online-Fortbildung? Gemeinsam gewagt und gelungen!

Erstellt von S. Seeger |

Die Halbjahreszeugnisse sind geschrieben und verteilt – ein wichtiger Schritt im Schuljahr ist vollbracht. Zeit, um kurz „durchzuatmen“...

... zumindest für die Schülerinnen und Schüler, die am Montag nach den Zeugnissen einen „Studientag" haben, an dem sie ihre Aufgaben zu Hause erledigen. Dies ist schon seit Jahren an unserer Schule der Fall, auch ohne Corona…

Für das Kollegium jedoch bedeutet dieser Montag weiterhin Dienst, nämlich immer im Rahmen einer ganztägigen schulinternen Lehrerfortbildung („SchiLF“). Normalerweise finden diese Tage in der Schule statt, mit allen Kolleginnen und Kollegen, von Angesicht zu Angesicht und im regen persönlichen, fachlichen Austausch, oft auch mit externen Referenten und Fachleuten. Doch was ist in Corona-Zeiten schon normal? „Hygiene“, „Abstand“, „Distanz“, „digital“ und „online“ sind die Worte, die sich in diesen Wochen und Monaten ins kollektive Gedächtnis brennen. An „echte“ größere Zusammenkünfte ist gar nicht zu denken.

Und so setzte auch unsere Schule in Zeiten der Not auf das Zugpferd „Videomeeting“: Damit der schon im vergangenen Sommer im Terminkalender verankerte Fortbildungstag auch in der Pandemie und bei geschlossenen Schulen coronakonform stattfinden konnte, entschloss sich das Schulleitungsteam zu dem Schritt, die Veranstaltung komplett online abzuhalten. Mittlerweile hat sich unsere Schule für die Schul- und Lernplattform IServ entschieden, über die nun auch die Videokonferenz abgehalten werden sollte.

Großes Kollegium, gute Vorbereitung und die bange Frage nach der "Standleitung"

Mit fast 70 Lehrkräften war die Durchführung dieses Tages auch eine technische Herausforderung, die aber erstaunlich problemlos gelang: Die Leitungen liefen insgesamt stabil, Diskussionen und Arbeitsergebnisse waren mindestens so intensiv wie in Präsenzzeiten. Dies lag aber nicht nur an der funktionierenden Technik, sondern vor allem auch an der gelungenen inhaltlichen und strukturellen Vorbereitung des Tages durch Schulleitung, Steuergruppe und dem Team Medien der Schule.

Unsere Schule - Stand der Entwicklung und Ausblick

Im Fokus der Fortbildung stand die Weiterentwicklung der Schule, die im sogenannten „Referenzrahmen Schulqualität NRW“ festgeschrieben steht. Dahinter verbirgt sich die Auseinandersetzung mit vielen Fragen auf allen schulischen Ebenen, was beispielsweise Schulentwicklung und -kultur, Schulgemeinde und außerschulische Kooperationspartner betrifft. „Was läuft gut an der Schule?“, „Womit können wir zufrieden sein und was hat sich bewährt?“ Aber auch: „Was kann noch verbessert werden?“, „Wo besteht Handlungsbedarf?“, „Welche Ideen, Maßnahmen und Projekte können wann und mit wem umgesetzt werden?“

Virtuelle Kleingruppenarbeit

Um diese Fragen effektiv angehen zu können, wurde nach einem gemeinsamen Auftakt das Gesamtkollegium in acht digitale Kleingruppen aufgeteilt. Diese Gruppen – immer moderiert von einem Mitglied des Vorbereitungsteams – diskutierten innerhalb ihrer Videoräume jeweils 25 Minuten zu einem bestimmten Thema der Schulentwicklung und hielten kollaborativ mittels Bildschirmteilung ihre Ergebnisse auf vorbereiteten Mind-Maps fest, bevor die Gruppen wechselten und weitere Kolleginnen und Kollegen vom jeweiligen digitalen Gastgeber begrüßt werden konnten.

Jede(r) zu Hause in seinen gewohnten vier Wänden sitzend und doch alle zusammen gleichzeitig arbeitend – was Corona mittlerweile alles mit uns macht… nicht nur an diesem Fortbildungstag, sondern auch - nun schon fast gewohnt - im Online-Unterricht mit unseren Schülerinnen und Schülern...

Mikrofortbildungen und Best practice-Beispiele am Nachmittag

Am späten Vormittag erfolgte wieder im Plenum ein erstes gemeinsames Fazit, bevor es am Nachmittag in verschiedene Mikrofortbildungen ging – natürlich auch wieder per Videokonferenz. Hier stellten Kolleginnen und Kollegen unter anderem Best practice-Beispiele ihrer digitalen Arbeitsweise im Unterricht mit Apps und Tools vor, die nicht nur, aber besonders auch im Distanzlernen wunderbar einzusetzen sind, was insbesondere in der aktuellen Zeit der seit Wochen andauernden Schulschließung ebenfalls ein wichtiges Thema war.

Kurzum: Das „Experiment“ eines ganztägigen, vollkommen digitalen Fortbildungstages war gelungen, was auch die abschließende Umfrage (natürlich digital mit QR-Code-Zugang) unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zeigte.
Das wird sicher nicht die letzte virtuelle Zusammenkunft an der Schule gewesen sein, auch wenn wir alle uns darauf freuen, unsere Schülerschaft und die Kolleginnen und Kollegen hoffentlich bald wieder „im echten Leben“ begrüßen zu dürfen.   

Lesen Sie dazu auch den Artikel des Soester Anzeigers vom 17.02.2021.

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