"Feel The Music!"

Die neuformatierte Revue-Gruppe sprühte vor Talent und Tatendrang bei ihrer Reise durch 50 Jahre Geschichte und Magie der Rock- und Popmusik.

"Feel the Music" – diesen Tipp gab gestern Abend in der ausverkauften Dreifachhalle kein Geringerer als der berühmte Freddy Mercury der legendären Band "Queen" Marie und Melis per Videobotschaft aus dem Jenseits mit auf den Weg.

Die fiktive Rahmenhandlung der Show: Wer sind Marie und Melis?

Die beiden Schülerinnen sind neu an der "Julius-Seltsam-Sekundarschule", suchen dort Freunde, sind noch einsam und allein, verzagt und schüchtern. Doch Freddy bestärkt sie in ihrem Glauben an sich selbst und verleiht ihnen die magische Gabe, andere Menschen zu ermutigen, ebenfalls an sich zu glauben und ungeahnte Talente zu wecken. Wird ihnen das auch bei ihren Mitschülern gelingen? Bei den obercoolen und streitlustigen Mitgliedern der "Gangstergang" oder bei den "Beautyqueens", die nur darauf achten, dass ihre Fingernägel nicht abbrechen und ihr Make-Up nicht verläuft? Was ist mit den "Strebern", vorzugsweise die mit dem Französischunterricht, und den "Nerds", die ganz in ihrer eigenen Welt leben? Diese Fragen begleiten Marie und Melis bei ihrem Streifzug durch die Jahrzehnte der Rock- und Popmusik und auf der Suche nach Freundschaft und Zugehörigkeit. Selbstredend, dass dabei so mancher Song aus längst vergangenen Zeiten wieder auftaucht und unbedingt Gehör finden muss, so Freddy.

Rock- und Popmusik der 70-er bis zur Gegenwart – "Feel The Music!"

Und ob die Musik gefühlt wurde! Die drei Worte wurden zum magischen Spruch der Show und den Aktiven auf der Bühne merkte man ihre Tanz-, Sanges- und Akrobatikfreude spürbar an. Vom Fünft- bis zum Zehntklässler in der neu zusammengestellten Formation, die erst ein halbes Jahr unter der Federführung der mittlerweile sehr "revue-erfahrenen" Lehrerin Monika Niggemeyer und unter tatkräftiger Mithilfe von Sportkollegin Daniela Müller und Musiklehrerin Stefanie Kötter gemeinsam probte und von der vierköpfigen Schulband gestern Abend gekonnt unterstützt wurde, war die Begeisterung ansteckend und der Funke sprang schnell auf das Publikum über.

Aber nicht nur die Zuschauer spürten die Magie der Musik – egal, ob bei "alten" Songs oder aktuellen Liedern – denn Marie und Melis schafften es, auch ihre neuen "Mitschüler" allmählich in den Bann zu ziehen, oftmals sehr zu deren eigenen Erstaunen, denn vom anfänglich abschätzigen Kommentar der "Gangstergang": „Bäääh – Chor… und was kommt als Nächstes? Ballett etwa?" war es bald nicht mehr weit zu einem bewundernden Ausruf der "Streber" à la "Kann es sein, dass wir gerade zu Queen getanzt haben? Ich kannte die vorher gar nicht! Aber die Musik ist echt klasse!" Gleichgültig, ob Chorgesang, Soloauftritte, Break-Dance, Akrobatik und Performance, hier gab es in der großen Gruppe viele Talente zu sehen, die sich in der perfekt eingebundenen Story entfalteten.

"Infos von gestern für Leute heute"

Neben all der Musik auf der Bühne gab es gestern Abend aber auch "Info-Entertainment": Was bewegte die Welt in den 80-er Jahren? Welche Ereignisse beherrschten die Gesellschaft in den 70-ern und 90-ern? Neben einem historischen Querschnitt durch die verschiedenen Jahrzehnte anhand von Originalsequenzen kamen auch der mittlerweile fast museumsreif gewordene Kassettenrecorder der 70-er Jahre genauso auf die überlebensgroße Leinwand wie der Gameboy der 80-er Jahre oder die silberne CD aus den 90-ern, sehr humorig erklärt von verschiedenen Lehrkörpern unterschiedlichen Alters… "Nix da mit Streamen oder Netflix…", "Von wegen Fortnite, Tetris war angesagt!", "Und nicht vergessen: Vor dem Spielen mit dem Nintendo immer nach den Batterien gucken, Akku war nicht!"

Eine Schule – viele Talente, bei Jung und Alt…

Marie und Melis gelang es, bei ihren Mitschülern ganz viel Selbstvertrauen und Glauben an sich selbst zu wecken – "That’s me!" Doch konnten die beiden auch Talente bei den Erwachsenen der Schulgemeinschaft herauskitzeln? Ja, sie konnten! Da performte zu "Uptown-Funk" die 15-köpfige Lehrertanzgruppe lässig mit Sonnenbrillen und glitzernd verführerischen Netzröckchen über dem schwarzen Outfit, was das Zeug hielt – talentiert, ohne Frage! Doch als Steve Brown, einer unserer Hausmeister, in genau diesem Hausmeisteroutfit – Arbeitshose, Sicherheitsschuhe und den wichtigen Schlüsselbund an der Gürtelschnalle, scheinbar nur kurz den Dienst unterbrechend – die Bühne betrat und solo den gefühlvollen Song „Angel“ von Robbie Williams mit kraftvoller und harmonischer Stimme zum Besten gab, war klar, hier schlummerte ebenfalls ein Riesentalent… die Halle tobte!

Selbstvertrauen? Nicht bei jedem…

Die beiden Neuankömmlinge an der "Julius-Seltsam-Sekundarschule" haben mittlerweile viele Freunde gefunden und eine Menge Fähigkeiten bei ihren Mitschülern hervorzaubern können. "Ist das so eine Art Voodoo-Zauber? Wie kommt es, dass wir das plötzlich können?", so die erstaunte und erfreute Feststellung von Mitschülern. Doch das kam bei der "Gangstergang" und den "Beautyqueens" gar nicht gut an… sie versprühten mit ihren Kommentaren Gift und missgönnten Erfolg und Ansehen. Klarer Fall für die Psychologin "Silvia Sälzer", die nun auf der Leinwand erschien: Den "Stänkern" fehlt es an Selbstvertrauen! Wer jahrelang selbst immer nur hörte, wie klein und unbedeutend er sei und was er alles nicht könne, der vertraut schließlich weder sich selbst noch anderen und wehrt sich mit Ablehnung, gar Hass gegenüber seinen Mitmenschen.

Das muss sich ändern! Dass es anders laufen kann, ja muss, zeigten Sequenzen aus verschiedenen Filmen auf der Leinwand - wie zum Beispiel die Schlüsselszene aus dem Film "Das Streben nach Glück" - mit Sätzen, die aufhorchen lassen: "Lass dir von niemandem je einreden, dass du etwas nicht kannst!", "Wenn du einen Traum hast, musst du ihn beschützen!" und "Wenn andere etwas nicht können, wollen sie dir immer einreden, dass du's auch nicht kannst." Wir alle müssen begreifen: "Jeder von uns ist was Besonderes!"

Zu Beginn der Story waren Marie und Melis noch Außenseiter und auf der Suche nach Freundschaft, jetzt sind sie mittendrin angekommen: "Vielen Dank, dass ihr uns gezeigt habt, was in uns steckt!", so ihre Mitschüler auf der Bühne.

Und so bewies die knapp 60-köpfige Revue-Gruppe am gestrigen Freitagabend nach zwei fulminanten Stunden wahrhaftig, was in ihr steckt! Freuen wir uns auf noch hoffentlich viele weitere Auftritte der jungen, erfolgreichen Formation, die nach dem Werler Stadtempfang Ende Februar und dem Gastauftritt beim Sportlerball in der Stadthalle Soest vor knapp zwei Wochen nun erstmals vor dem "heimischen" Publikum ihrer Schule eine fantastische, mitreißende Show auf die Beine gestellt hat.

 


 

Nachfolgend die Reaktion einer Zuschauerin auf den Revueabend in Form eines Briefes, den wir am Montag nach der Show erhielten und hier im Wortlaut gerne veröffentlichen:

 

Tolle Revue an der Sekundarschule

Seit mehreren Jahren gibt es bei mir einen festen Termin, den ich versuche wahrzunehmen und letzten Freitag war es mal wieder soweit. Die Sälzer-Sekundarschule veranstaltete ihre alljährliche Revue in der Dreifachturnhalle. Nachdem ich einige Jahre zuvor wegen meiner Nichte, die bei der Revue mitmachte, zum ersten Mal zuschaute, bin ich, wenn möglich, als Zuschauer dabei.

Auch in diesem Jahr war die Stimmung von der ersten Nummer an grandios. Eine voll besetzte Halle, 2/3 der Zuschauer waren Mitschüler und Freunde der Akteure, heizten die Darsteller, Sänger und Tänzer mit Klatschen, Trampeln und Bravorufen so richtig an, was die Akteuren natürlich wiederum zu Höchstleistungen antrieb.

Auch die Revueteilnehmer selbst, die, wenn sie nicht gerade tanzten oder sangen, auf den Bänken an der Seite saßen, belohnten die gerade Aktiven mit großem Applaus.

Hieraus entstand für uns Außenstehende das Bild einer Schule, die sogar außerhalb der Schulzeit zueinander steht, gerne miteinander feiert und bei der sich alle auch am Erfolg der anderen erfreuen können.

Nachdem dann nach der Pause auch die Lehrertanzgruppe, die meiner Meinung nach jedes Jahr größer wird, ihren Tanz zum Besten gab und ebenfalls unter großem Applaus ihre Darbietung zu Ende brachte, meinte man, dass man mehr nicht unter einen Hut bringen kann.

Als aber sogar noch der Hausmeister ins Programm aufgenommen wurde und einen fernsehreifen Gesangsauftritt auf die Bühne brachte, da tobte der Saal so richtig.

Großes Lob also an die Aktiven und natürlich an die verantwortlichen Lehrer, die hier federführend waren. So eine Veranstaltung ist mit viel Arbeit und Fleiß verbunden. Aber wenn man sieht, wie begeistert die Akteure mitgemacht haben, ist das sicherlich die größte Belohnung, die man als Projektleiter hierfür bekommen kann. So kann und sollte Schule aussehen!

Liebe Grüße

Silke Schnöde

 

Sehen Sie dazu auch die Bildergalerie des Soester Anzeigers vom 24.03.2019 und lesen Sie den Artikel des Soester Anzeigers vom 25.03.2019.